„Guten Tag. Ich habe eine Frage: Da der Flughafen gerade...“, das war das Stichwort. „Flughafen“, da gingen alle Alarmsirenen an, das Hirn ratterte, alles war auf Vorsicht gestellt und zur Abwehrhaltung programmiert. Nun hatte ich eine Lawine ins rollen gebracht, die der staerkste Mensch nicht mehr aufzuhalten vermag. Eine Lawine aus Kompetenzgerangel, Zugehoerigkeitsanalysen und Zustaendigkeitsfragen.
Am anderen Ende der Leitung war ein Flughafenmanager, mitte fuenfzig, spricht gutes Deutsch und kennt sich mit Siemensgeraeten hervorragend aus.
„Ich bin doch nur ein Manager, zustaendig fuer die Instandhaltung der Geraete im Tower.“, faedelte er sich sofort aus der Verantwortung heraus.
„Ich bin doch nur ein Manager, zustaendig fuer die Instandhaltung der Geraete im Tower.“, faedelte er sich sofort aus der Verantwortung heraus.
Ich bat ihn um einen Kontakt zu einem Piloten; man muss wissen, der Flughafen ist seit zwei Jahren ausser Betrieb und die Piloten sitzen seitdem herum und haben im Grunde nichts zu tun, denn Flugzeuge gibt es hier schon lange nicht mehr.
Er wolle mich zurueckrufen, ob das moeglich sei, woher komme ich nochmal, vom Goethe-Institut Ramallah, einem deutschen Kulturzentrum, na schoen, er werde erstmal den Zustaendigen fragen. Es war zehn Uhr.
Er wolle mich zurueckrufen, ob das moeglich sei, woher komme ich nochmal, vom Goethe-Institut Ramallah, einem deutschen Kulturzentrum, na schoen, er werde erstmal den Zustaendigen fragen. Es war zehn Uhr.
Diesen Tag rief er nicht mehr an, am naechsten auch nicht, also griff ich dann nachmittags zum Hoerer. Ja, er habe sich erkundigt, er koenne mir eine Telefonnummer geben, vom Sprecher der Piloten. Ja wunderbar, genau den suche ich, freute ich mich schon und waehlte guter Dinge diesen Pilotensprecher an. Natuerlich vergebens am Nachmittag.
10 Uhr des dritten Tages, ja der Pilot war zu sprechen, auf Englisch.
„Was, die Deutschen wollen einen Film drehen, da bin ich nicht zustaendig, direkt ans Ministerium wenden.“ Ich wollte doch nur wissen, ob wir uns mal treffen koennten, ganz unverbindlich, um ihm zu erlaeutern, was unser Film zum Thema haben solle. Ja, ob er sich mit Deutschen treffen duerfe liege nicht in seiner Entscheidung, von ihm aus gerne, aber da muesste ich doch ein Fax an den Chef des Towers schicken, der sei sein Vorgesetzter, denn jetzt, da er nicht mehr fliegen koenne saesse er im Tower. Gut, aber ich moechte nichts ueber den Tower wissen und sie auch nicht ausfragen, sie sollen nur zuhoeren um dann entscheiden zu koennen, ob sie uns bei der Realisierung des Films behilflich sein koennten. Trotzdem.
Also Fax geschrieben an den sehr geehrten Chef des Towers, duerfe der Pilotensprecher mit gesannten des Goethe-Instituts sprechen, unverbindlich und ohne Aufzeichnungsgeraet?
„Was, die Deutschen wollen einen Film drehen, da bin ich nicht zustaendig, direkt ans Ministerium wenden.“ Ich wollte doch nur wissen, ob wir uns mal treffen koennten, ganz unverbindlich, um ihm zu erlaeutern, was unser Film zum Thema haben solle. Ja, ob er sich mit Deutschen treffen duerfe liege nicht in seiner Entscheidung, von ihm aus gerne, aber da muesste ich doch ein Fax an den Chef des Towers schicken, der sei sein Vorgesetzter, denn jetzt, da er nicht mehr fliegen koenne saesse er im Tower. Gut, aber ich moechte nichts ueber den Tower wissen und sie auch nicht ausfragen, sie sollen nur zuhoeren um dann entscheiden zu koennen, ob sie uns bei der Realisierung des Films behilflich sein koennten. Trotzdem.
Also Fax geschrieben an den sehr geehrten Chef des Towers, duerfe der Pilotensprecher mit gesannten des Goethe-Instituts sprechen, unverbindlich und ohne Aufzeichnungsgeraet?

Der vierte Tag verging, eine Telefonnummer wollte man mir nicht geben, um den Erhalt des Faxes ueberpruefen zu koennen. Am fuenften Tag meldete sich ein empoerter Mann, man habe ihn in seiner Ruhe des Nichtstun gestoert, obwohl er nicht zustaendig sei. Wenn ich nicht ueber den Tower, sondern ueber den gesamten Flughafen einen Film drehen wollte und deswegen den Piloten sprechen, dann muesste ich den Flughafendirektor ein Fax schicken. Leider aber ist dieser gerade nicht im Land. Ich koennte aber beim Luftverkehrsdirektor nachfragen, wohin ich ihm doch das Fax schicken koenne.
Der Herr Luftverkehrsdirektor war sehr erfreut, ja ueber den Flughafen, da sei er doch gar nicht zustaendig, aber da der Flughafendirektor nicht da sei halte er sich nun fuer Weisungsberechtigt, er wolle mir ja schliesslich helfen, ich solle doch das Fax an ihn schicken. Ich tat, wie aufgetragen.
Er nutzte auch gleich den darauffolgenden Tag, den sechsten, um zu antworten, ja, er gebe sein OK dem Pilotensprecher, mit uns reden zu duerfen, aber keine Fragen beantworten zu duerfen, dafuer sei das Ministerium verantwortlich. Gut, Fragen moechte ich auch erst spaeter stellen, es soll eine reine Informationsrunde werden.
Er nutzte auch gleich den darauffolgenden Tag, den sechsten, um zu antworten, ja, er gebe sein OK dem Pilotensprecher, mit uns reden zu duerfen, aber keine Fragen beantworten zu duerfen, dafuer sei das Ministerium verantwortlich. Gut, Fragen moechte ich auch erst spaeter stellen, es soll eine reine Informationsrunde werden.
Am siebten Tag rief ich den Piloten wieder an, nein, er habe noch kein ok von irgendwem erhalten, also wieder die Nummer des Luftverkehrsdirektors gewaehlt, ja, er wolle es gleich morgen machen, habe heute viele Termine...
Na gut, am achten Tag rief dann der Pilot an, nein, so gehe das nicht, der Luftverkehrsdirektor habe doch nichts mit der Sache zu tun, wenn wir einen Film drehen wollten ueber den Flughafen. Ich versuchte nun nocheinmal ihn zu ueberreden, sich einfach so mit mir zu treffen, ich moechte ihn doch nur informieren ueber den Film und ausserdem wollte ich ihn privat treffen, nicht als Pilot oder Angestellten irgendeiner Firma. Nein, es waere ihm lieber nur nach einem offiziellen Ok sich mit mir zu treffen, er wuerde sich sicherer fuehlen. Was soll man da sagen, natuerlich soll er sich sicher fuehlen. Meine Erklaehrung, der Verantwortliche des Flughafens sei ausser Landes brachten ihn dazu, mir zu helfen, er wolle mir eine Faxnummer zukommenlassen, wo ich ihn jetzt erreichen koenne. Warten.
Na gut, am achten Tag rief dann der Pilot an, nein, so gehe das nicht, der Luftverkehrsdirektor habe doch nichts mit der Sache zu tun, wenn wir einen Film drehen wollten ueber den Flughafen. Ich versuchte nun nocheinmal ihn zu ueberreden, sich einfach so mit mir zu treffen, ich moechte ihn doch nur informieren ueber den Film und ausserdem wollte ich ihn privat treffen, nicht als Pilot oder Angestellten irgendeiner Firma. Nein, es waere ihm lieber nur nach einem offiziellen Ok sich mit mir zu treffen, er wuerde sich sicherer fuehlen. Was soll man da sagen, natuerlich soll er sich sicher fuehlen. Meine Erklaehrung, der Verantwortliche des Flughafens sei ausser Landes brachten ihn dazu, mir zu helfen, er wolle mir eine Faxnummer zukommenlassen, wo ich ihn jetzt erreichen koenne. Warten.
Der zehnte Tag brachte mir nun eine Faxnummer ein, ich sendete ein drittes Fax, mit der Bitte, doch dem Pilotensprecher zu erlauben, sich mit mir Privat zu treffen, ich wolle ihn ueber den geplanten Film informieren.Wuetender Anruf am elften Tag, was ich mit dem Piloten privat machen woellte, sei doch seine Sache. Ja, er wuerde sich aber besser fuehlen, sie wuerden ihm erlauben mit mir sprechen zu duerfen. Er aber ist Pilot, und der Chef des Flughafens haette keine Weisungsberechtigung ueber Piloten, da muesste ich schon den Direktor der zivilen Flughafen ansprechen, aber er wolle mir zu liebe einfach dem Piloten Ok sagen.
Dankbar wartete ich zwei Tage, und fragte am dreizehnten beim Piloten nach, ob er denn von irgendeiner Stelle ein Ok bekommen haette. Nein, noch nicht. Nochmal den Flughafenchef anrufen, er wollte doch ein Ok geben, ja wer waer er denn, ein Hansel oder ein Direktor, wenn der Pilot sein Ok will muesse er ihn gefaelligst selbst anrufen. Wieder den Piloten ans Telefon geholt, er moege sich doch bitte durch einen Anruf sein Ok abholen. Nein, schliesslich brauche er ein Ok von seinem Towerchef, wenn der Flughafenchef ein Ok geben will, dann moege er das bitte tun, aber der Direktor des Towers wolle ihm keins geben. Ja, ich wusste, der war ja nicht zustaendig, da es ja um den gesamten Flughafen geht.
Im Ministerium sagte man mir freundlich aber bestimmt, die vom Flughafen sollen selber entscheiden, das Ministerium sei erst vor dem Dreh einzuschalten.
Also muesste ich mein Anliegen des Treffens konkretisieren. Den Piloten nochmal angerufen, ich moechte sie treffen, weil ich auch eine Frage, die Hubschrauber betreffend habe (was stimmte)... „Hubschrauber!“, da war es wieder, ein neues Stichwort, die Gedankenmaschine setzte sich in Bewegung, ja, da ist aber der Herr Direktor der Hubschrauber in Palaestina zustaendig und nicht.......
Khalas!
Also muesste ich mein Anliegen des Treffens konkretisieren. Den Piloten nochmal angerufen, ich moechte sie treffen, weil ich auch eine Frage, die Hubschrauber betreffend habe (was stimmte)... „Hubschrauber!“, da war es wieder, ein neues Stichwort, die Gedankenmaschine setzte sich in Bewegung, ja, da ist aber der Herr Direktor der Hubschrauber in Palaestina zustaendig und nicht.......
Khalas!
Link:
www.stilleben.net/pics/amman-trip/palairinfo.htm



Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen